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Digital Humanities

Kunstgeschichte

Diplomatik

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Projekt

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Illuminierte Urkunden als Gesamtkunstwerk. Bildmedien in Rechtsdokumenten im Europäischen Mittelalter

Illuminierte Urkunden sind ein gesamteuropäisches Phänomen, das bisher noch  von keiner der am Forschungsgegenstand interessierten Disziplinen - vor allem Geschichtswissenschaften und Kunstgeschichte - zusammenfassend gewürdigt wurde. Beispiele aus Byzanz im Südosten, Italien im Süden, der iberischen Halbinsel im Südwesten, England im Nordwesten, Skandinavien im Norden und Rußland im Nordosten sind bekannt. Neben England bilden Mitteleuropa und Italien Kernregionen mit besonderen Überlieferungsschwerpunkten des relevanten Materials. Übernationale Institutionen wie das Kaiser- und Papsttum bilden entscheidende Angelpunkte.

Urkunden sind prinzipiell Recht setzende Schriftquellen und bedürfen zur Erreichung von Rechtssicherheit und -gültigkeit natürlich keiner künstlerischen Ausstattung. Die Wirkung der Urkunde auf zeitgenössische und spätere Rezipienten aber durch entsprechende Gestaltung ihrer äußeren Merkmale entscheidend beeinflusst. Diesen Umstand sind sich vor allem auch Auftraggeber von Urkunden mit außergewöhnlichem, oft auch bildhaftem Dekor natürlich bewusst.

Illuminierte Urkunden sind Rechtstexte und Kunstwerke gleichermaßen, deren “Sitz im Leben” in der Regel jeweils genau bestimmt werden kann: Die Partner des beurkundeten Rechtsgeschäfts sowie Datierung und Lokalisierung der Urkunde sind bei der überwiegenden Mehrzahl der Fälle bekannt und der Dekor wurde in der Regel zeitnahe zur Niederschrift des Textes hinzugefügt. Dadurch wird die künstlerische Ausstattung illuminierter Urkunden in ihrer ursprünglich intendierten Funktionsweise gut fassbar. Dies ist bei mittelalterlichen Kunstwerken selten und macht sie zu einem besonders lohnenden Forschungsgegenstand interdisziplinärer Zusammenarbeit.

Im geplanten Projekt sollen die Stellung der illuminierten Urkunde innerhalb der gesamten Urkundenüberlieferung und innerhalb der Buchmalerei des europäischen Mittelalters bestimmt und die konkreten Umstände, die zur Anfertigung von einzelnen illuminierten Urkunden und zur Entstehung von extrem breit überlieferten Urkundengattungen, die gewohnheitsmäßig Buchschmuck einsetzen, beleuchtet werden.

Der Untersuchungsgegenstand als solcher ist bislang noch schlecht erforscht. Einerseits sind die Beispiele signifikant verstreut überliefert, andererseits haben die beteiligten Teilwissenschaften – vor allem Diplomatik und Buchmalereiforschung – für sich sehr differenzierte Methoden entwickelt, die keineswegs “nebenbei” anwendbar sind. Diese Tatsache macht interdisziplinäre Versuche einzelner Forscher vielfach anfechtbar.

Das beantragte Projekt will diese beiden Schwächen überwinden: Ein grundlegender und integrativer Eckpfeiler des Projekts ist deshalb die konsequente interdisziplinäre Zusammenschau. Dazu sollen einerseits im Projekt Experten der beteiligten Disziplinen engstens zusammenarbeiten. Andererseits soll durch die Einbindung von Gastwissenschaftlern (auch im Rahmen einer internationalen Tagung) eine interdisziplinäre internationale Forschungscommunity möglichst dauerhaft etabliert werden.

Zur Erarbeitung und Präsentation der Forschungsergebnisse müssen spezifische IT-Werkzeuge entwickelt werden, die den besonderen Bedingungen der interdisziplinären und internationalen Arbeit mit mittelalterlichen Urkunden angemessen sind. Als Erweiterung des kollaborativen Urkundenarchivs “monasterium.net”, das als online-Publikationsumgebung für die Dokumentation dient, sollen dazu im Projekt Werkzeuge entwickelt werden, welche Techniken des Semantic Web ebenso wie Methoden der automatischen Mustererkennung fruchtbar machen.

Materialerfassung, katalogmäßige Erschließung und wissenschaftliche Auswertung werden im Projekt ganz bewusst als Einheit gesehen, so dass das Projekt mit modernsten web-basierten Technologien die traditionell-dokumentierenden und kulturwissenschaftlich-interpretierenden Ansätze integrieren kann und damit neue Erkenntnisse ermöglicht und Material für weiterführende Studien bereitstellt.

 

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Kontakt

Projektpartner "Digitale Geisteswissenschaften" / Projektleitung
Zentrum für Informationsmodellierung - Austrian Centre for Digital HumanitiesElisabethstraße 59/III - 8010 Graz

Dr. Georg Vogeler
+43 (0)316 380 - 8033

http://informationsmodellierung.uni-graz.at

Kontakt

Projektpartner "Kunstgeschichte"
Österreichische Akademie der Wissenschaften - Institut für Mittelalterforschung - Abteilung Schrift- und BuchwesenHollandstrasse 11-13 • A-1020 Wien

Dr. Martin Roland MAS
+43-1/51581-7265

http://www.oeaw.ac.at/imafo/die-abteilungen/schrift-und-buchwesen/team/martin-roland/

Kontakt

Projektpartner "Diplomatik"
Österreichische Akademie der Wissenschaften - Institut für Mittelalterforschung - Abteilung EditionsunternehmenHollandstrasse 11-13 • A-1020 Wien

PD Dr. Andreas Zajic MAS
+43-1-515 81 / 7232

http://www.oeaw.ac.at/imafo/die-abteilungen/editionsunternehmen-und-quellenforschung-mir/inschriften/mitarbeiterinnen-in/andreas-zajic/

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